Das Rathaus
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Rathaus: Abriss des Anbaus und Sanierung des historischen Teils
Der Rathausumbau ist das größte Projekt, das die Stadt Trossingen in den kommenden Jahren stemmt. Der historische Teil wird saniert, wobei das bisherige Erscheinungsbild behalten werden soll. Der gelbe Anbau wird abgerissen und durch einen neuen ersetzt.
Rund 30,2 Millionen Euro kostet das Vorhaben, dafür erhält die Stadt Zuschüsse in Höhe von rund 9 Millionen Euro aus der Städtebauförderung des Landes Baden-Württemberg. Darin enthalten sind die Sanierung des Altbaus, der Abbruch und Neubau des Erweiterungsbaus, die Außenanlagen rund um das Rathaus und alle Interimsmaßnahmen für die Außenstellen.
Da die Fördergelder des Landes an das Sanierungsgebiet Löhrstraße gebunden sind und 2029 verfallen, wird die Baumaßnahme jetzt umgesetzt.
Notwendig ist sie, weil sich die Anforderungen an die kommunale Verwaltung in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt haben. Seit der Errichtung des gelben Anbaus in den 1980er-Jahren sind zahlreiche neue Aufgabenbereiche hinzugekommen, von Digitalisierung, Breitband- und Glasfaserausbau bis hin zu erweiterten sozialen Dienstleistungen. Auch die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist daher deutlich gestiegen. Zudem übernimmt Trossingen zunehmend Aufgaben für kleinere Nachbarkommunen. Mit inzwischen rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeitet die Stadtverwaltung derzeit an vier Standorten im Stadtgebiet, da die räumlichen Kapazitäten des Rathauses den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Künftig sollen am Schultheiß-Koch-Platz 1 dann 116 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.
Der historische Altbau muss derweil unter anderem in den Bereichen Brandschutz, und Barrierefreiheit den modernen Standards angepasst werden.
„Wir bauen das neue Rathaus nicht für uns, sondern für die Bürgerinnen und Bürger in Trossingen“, betont Bürgermeisterin Susanne Irion dazu.
Ursprünglich war vorgesehen, zuerst den Altbau zu sanieren und danach den Erweiterungsbau anzugehen. Untersuchungen im historischen Teil haben aber gezeigt, dass die Stadt in Sachen Brandschutz stärker als erwartet aktiv werden muss.
Daher musste der Bauzeitenplan angepasst werden. Nach dem ursprünglichen Plan hätte sich das gesamte Projekt um mindestens zwei Jahre bis in die 2030er-Jahre verzögert. Allein durch diese zusätzliche Zeit wären Mehrkosten von rund zwei Millionen Euro auf die Stadt zugekommen – einfach deshalb, weil die Baupreise erfahrungsgemäß weiterhin jedes Jahr um etwa fünf Prozent steigen.
Deshalb werden beide Bauabschnitte gleichzeitig angegangen. Bereits im Sommer 2025 zogen viele Sachgebiete in Außenstellen in der Butschstraße 2 und Marktplatz 5 um, das historische Rathaus stand damit leer und es konnten sämtliche Bauteile untersucht werden, was Denkmal- und Brandschutz angeht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im gelben Anbau des Rathauses zogen Ende Juni in eine weitere Außenstelle in der Händelstraße 16 (ehemaliges Dr.-Karl-Hohner-Heim) um.
Der Abriss des Anbaus startet am 13. Juli 2026, und der Neubau soll im Oktober 2026 beginnen und wird rund 2,5 Jahre in Anspruch nehmen. Am historischen Rathaus ist die Fassadensanierung für Herbst 2026 geplant, damit die Fassade 2027 zum Stadtjubiläum strahlt. Bis Mitte 2028 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
In der Außenstelle der Stadtverwaltung in der Händelstraße 16 sind das Bürgermeisteramt, Gewerbe- und Ordnungsamt, Standesamt, Hoch- und Tiefbau, Personalamt, Digitalisierung und EDV untergebracht.
Sie finden das Bürgerbüro, die Sozialverwaltung und das Sozialwerk sowie die Stadtkasse am Marktplatz 5. Die Vermögensverwaltung, die Finanzverwaltung, und das Gebäudemanagement sind in der Butschstraße 2 untergebracht. Da die jeweiligen Bereiche über drei unterschiedliche Zugänge ins Gebäude verfügen, gibt es am Haupteingang Hinweisschilder. Barrierefrei zur Stadtkasse geht es über die Butschstraße 2, sonst hat das Sachgebiet einen getrennten Eingang.
Das Sachgebiet Baurecht befindet sich in der Christian-Messner-Straße 2-6 (Stadtwerke).
Förderung städtebauliche Erneuerung
Die Zuschüsse von rund 9 Millionen Euro erhält die Stadt aus dem Landesprogramm Förderung städtebauliche Erneuerung. Die Städtebauförderung von Bund und Ländern unterstützt seit vielen Jahren Städte und Gemeinden dabei, ihre Ortskerne attraktiv zu gestalten, historische Bausubstanz zu erhalten und lebenswerte Räume für die Zukunft zu schaffen. Ziel ist es, die Innenstadt weiter aufzuwerten, die Wohn- und Lebensqualität zu verbessern und die städtebauliche Entwicklung nachhaltig voranzubringen.
In Trossingen wird das Sanierungsgebiet „Löhrstraße“ gefördert, das Bereiche entlang der Löhrstraße, Lindenstraße, Kirchstraße, Rosenstraße und Bohnengasse umfasst. Aktuelle Projekte beinhalten neben dem Rathaus die Sanierung der Bohnengasse, das Birk-Areal und das Regine-Jolberg-Familienzentrum.
Gefördert werden können auch private Projekte: Wenn Ihr Grundstück im Sanierungsgebiet liegt und Sie eine grundlegende Modernisierung oder einen Abriss planen, nehmen Sie Kontakt zur Stadtverwaltung auf.

